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Titelbild zum Blogbeitrag: Shopware B2B Suite 2026: Funktionen, Kosten und warum die Suite gerade ausläuft

Shopware B2B Suite 2026: Funktionen, Kosten und warum die Suite gerade ausläuft

Was die B2B Suite kann, was sie kostet, und warum 2026 die richtige Frage anders lautet

Slawa Ditzel
Slawa DitzelCEO

Wer 2026 noch ein Shopware-Projekt rund um die B2B Suite plant, kauft ein End-of-Life-Modul. Das klingt zugespitzt, ist aber die offizielle Linie aus Schöppingen: Shopware pflegt die Suite nur noch im Maintenance-Modus und positioniert die jüngeren Shopware B2B Components klar als Nachfolgepfad. Wer jetzt Budget freigibt und das nicht weiß, baut Tech-Debt in den Investitionsantrag.

Das macht die Frage „lohnt sich die B2B Suite?" nicht hinfällig. Tausende Shops laufen mit ihr produktiv, das Modul ist im Markt verankert, und ein Großteil der B2B-Logik, die der Mittelstand braucht, sitzt funktional weiterhin dort. Aber die Frage hat 2026 eine andere Form als 2023. Es geht weniger darum, ob die Suite ihren Preis wert ist, und mehr darum, ob du heute überhaupt noch in sie investierst oder direkt eine Stufe weiterspringst.

Shopware B2B Suite 2026 Timeline 2019 bis EOL mit Shopware 6.8 - nextlevels Cover

Was die Shopware B2B Suite ist und wie ihr Stand 2026 wirklich aussieht

Die Shopware B2B Suite ist das ältere, klassische B2B-Modul für Shopware 6. Sie hängt sich an einen Standardshop und liefert die Funktionen, die einen netten Bestellkatalog von einer ernsthaften B2B-Self-Service-Plattform unterscheiden: Sub-Accounts mit Rollen und Rechten, Freigabeprozesse, Angebotsanfragen mit eigenem Objekttyp, Bestelllisten und Schnellbestellung über SKU oder CSV, kundenspezifische Sortimente und Preise, OCI- und Punchout-Integration zu Beschaffungssystemen sowie eine Verkäufer-Ansicht, in der der Innendienst stellvertretend für einen Kunden bestellen kann.

Funktional ist das ein vollständiges Paket. Strategisch ist es ein Modul mit Verfallsdatum. Shopware hat 2023 die B2B Components als modular gedachten Nachfolger eingeführt, pflegt die Suite seitdem im Maintenance-Modus und kommuniziert offen, dass das Auslaufen mit Shopware 6.8 vorgesehen ist. Wer eine Kaufentscheidung trifft, sollte diesen Status in der ersten Folie der Argumentation haben, nicht als Fußnote am Ende.

Was die Suite nicht ist, war 2023 die gleiche Antwort wie heute: kein ERP-Ersatz, kein PIM, kein CRM. Sie ist die B2B-Verkaufslogik auf der Shopware-Plattform, nicht die Antwort auf jede Anforderung, die mit „B2B" beginnt. Wenn dein eigentlicher Pain-Point Stammdatenpflege oder Reklamationsprozess ist, hilft kein B2B-Modul der Welt. Dann liegt der Hebel im PIM und im ERP, und Shopware ist nur das Frontend dieser Architektur.

Suite oder B2B Components: Die eigentliche Entscheidung 2026

Hier verläuft die Entscheidung, die viele Teams unterschätzen. Beide Module bieten B2B-Funktionalität auf Shopware 6, aber sie zielen heute auf völlig unterschiedliche Zeithorizonte.

Die Suite ist das fertige Paket aus der Vergangenheit. Wer einen klassischen, prozessgetriebenen B2B-Shop will und auf bestehenden Suite-Setups aufbaut, kommt damit am schnellsten zum Ergebnis. Für Bestandskunden mit einer laufenden Suite-Installation gibt es heute keinen guten Grund, mitten in der Saison zu wechseln. Pflege läuft weiter, Sicherheitsupdates kommen, das System bleibt einsatzfähig bis zum geplanten EOL.

Die B2B Components sind die Wette auf die Zukunft. Statt eines fertigen Pakets bekommst du einzelne Bausteine, die du gezielt kombinierst. Mitarbeiterverwaltung, Angebote, Schnellbestellung, kundenspezifische Sortimente als separate Module, näher am API-first-Geist von Shopware 6, besser geeignet für headless und Composable Frontends. Der Funktionsumfang ist heute noch nicht vollständig deckungsgleich mit der Suite, nähert sich aber konsequent an und ist erkennbar die Produktinvestition, in die Shopware fließt.

Für Neuprojekte 2026 lautet die Empfehlung in den meisten Fällen: B2B Components, nicht Suite. Ausnahme: dein Anforderungsprofil hängt an genau einer Funktion, die heute noch ausschließlich in der Suite voll abgebildet ist und die du in den nächsten zwölf Monaten produktiv brauchst. Selbst dann gehört eine Migrationsstrategie auf Components in den initialen Projektplan, nicht in den nächsten.

Kurz gesagt: Du entscheidest nicht zwischen zwei gleichwertigen Modulen. Du entscheidest zwischen einem System mit klarem Auslaufdatum und einem System, in das Shopware aktiv investiert.

B2B Entscheidungs-Diagramm: Bestand Suite, Neuprojekt B2B Components, B2B-light Standardshop

Funktionsumfang: Was die Suite kann und wo Components heute schon mithalten

Die folgenden fünf Funktionsblöcke sind das, an dem sich die B2B-Tauglichkeit eines Shopsystems im Mittelstand entscheidet. Ich gehe sie durch und sage jeweils, wie der Stand bei Components ist, weil das die Frage ist, die du 2026 tatsächlich beantworten musst.

Organisationsstrukturen statt Einzelkunde: Ein B2B-Kunde ist selten eine Person. Es ist eine Einkäuferin, ein technischer Ansprechpartner, eine Buchhaltung und manchmal eine Konzernzentrale, die freigeben muss. Die Suite bildet diese Hierarchie ab: Hauptkunde mit Sub-Accounts, jeder mit eigenen Rechten, Kostenstellen und Budgetlimits. Components decken das in ihrer Employee-Management-Komponente ab und sind hier weitgehend gleichauf.

Freigabeprozesse mit Budgetgrenzen sind der zweite Block. Bestellungen über 5.000 Euro? Gehen erst raus, wenn der Vorgesetzte zustimmt. Klingt trivial, ist aber genau der Grund, warum klassische B2C-Shops bei großen Mittelständlern und Konzernkunden hinten runterfallen. Ohne Approval-Workflow wird im Hintergrund weiter telefoniert und gemailt; der Shop ist dann nur Katalog, nicht Vertriebskanal. Approval-Workflows sind in der Suite tiefer ausgebaut als heute in den Components, aber die Components nähern sich an.

Angebote als eigener Vorgang sind der dritte Block. Im B2B beginnt der Kauf oft mit einer Anfrage, nicht mit einem Klick auf „In den Warenkorb". Die Suite kennt Angebotsanfragen als eigenen Objekttyp, mit Verhandlung, Verfallsdaten und Konvertierung zur Bestellung. Components liefern dafür mittlerweile ein eigenes Quote-Modul. Wer das im Standard nachbauen muss, hat schnell ein vier- bis fünfstelliges Custom-Development-Projekt am Hals.

Bestelllisten und Schnellbestellung sind der vierte Block. Wiederkehrende Bestellungen mit zwanzig bis dreihundert Positionen sind im B2B Alltag, nicht Sonderfall. Bestelllisten, CSV-Upload und SKU-Schnellsuche sparen den Einkäufern messbar Zeit und sind oft der eigentliche Hebel, warum ein B2B-Shop überhaupt akzeptiert wird. Sowohl Suite als auch Components decken das ab. Hier ist das Spielfeld eben.

OCI/Punchout für Konzernkunden ist der fünfte und in der Praxis kniffligste Block. Große Einkäuferorganisationen docken ihre SAP- oder Coupa-Systeme an deinen Shop an, befüllen dort den Warenkorb und übergeben ihn ans eigene Bestellsystem. Wichtige Klarstellung: OCI/Punchout ist weder in der Suite noch in Components fertig im Core enthalten. In der Praxis läuft das über etablierte Extensions wie PunchCommerce, B2Bsellers oder Agiqon, je nach Anforderungsprofil. Wer hier mit „nativ enthalten" wirbt, hat das Demo entweder oberflächlich gemacht oder schönt. Plane die Extension von Anfang an ins Budget ein.

Was ein B2B Shopsystem mit Shopware wirklich kostet

Die offiziellen Preise stehen seit Anfang 2026 öffentlich auf shopware.com, in einer Klarheit, die es in der Shopware-Welt vorher nicht gab. Wichtig vorweg: Die Plan-Struktur und die Konditionen ändern sich regelmäßig. Verifiziere die Zahlen vor jedem Vertrag tagesaktuell, vor allem die Preise zum Funnel-Ende eines Geschäftsjahres.

Stand Mai 2026 ist Shopware 6 in drei Plänen erhältlich. Rise startet bei rund 600 Euro im Monat, enthält aber keine B2B-Funktionalität. Evolve beginnt bei rund 2.400 Euro im Monat und ist die Stufe, ab der die B2B Components mit dabei sind. Beyond wird individuell verhandelt, liegt nach öffentlich verfügbaren Schätzungen häufig im fünfstelligen Bereich pro Monat und richtet sich an Setups mit hohem GMV, mehreren Shops oder besonderen Support-Anforderungen. Wer früher die klassische B2B Suite haben wollte, lief historisch über Enterprise-Verträge, die heute typischerweise in Beyond-Tarifen aufgehen.

Implementierung ist der größere Posten, nicht die Lizenz. Aus unserer Schätzung für mittelständische Neuprojekte bewegt sich das Einmalbudget zwischen 80.000 und 300.000 Euro, abhängig von Sortimentstiefe, Schnittstellen-Komplexität und dem Anspruch ans Frontend. Wer denkt, das sei viel, sollte zwei Zahlen dagegenhalten. Ein eigenständiges Custom-B2B-Portal auf grüner Wiese kostet erfahrungsgemäß ein Vielfaches und kommt mit deutlich höherem Wartungsrisiko. Und rund die Hälfte des Implementierungsbudgets fließt in Punkte, die mit der Wahl Suite oder Components nichts zu tun haben: ERP-Schnittstelle, PIM-Anbindung, Authentifizierung, Hosting, Theme.

Laufender Betrieb kommt obendrauf. Cloud-Hosting, Support-SLA, Performance-Optimierung, kontinuierliche Weiterentwicklung. Für einen mittelständischen B2B-Shop unter spürbarer Last ist nach unserer Erfahrung eine Größenordnung von 3.000 bis 10.000 Euro pro Monat realistisch, über Plattform, Partner-Retainer und Hosting zusammen. Bei sehr großen Setups mit eigenen Verkehrsspitzen und mehreren Sprachshops liegt das Band höher.

Was du an dieser Stelle nicht tun solltest: die reine Lizenz mit dem Total Cost of Ownership verwechseln. Die Plattformkosten sind nie der teuerste Posten in einem ernsthaften B2B-Projekt. Sie wirken nur teuer, wenn man sie isoliert betrachtet.

TCO-Stack Shopware B2B Shopsystem 3 Jahre - Plattform, Implementierung, ERP/PIM, Hosting, Pflege

Wann sich Shopware als B2B Shop Software lohnt

Drei Profile, in denen die Investition typischerweise trägt:

Der Hersteller mit Händler- und Direktkunden-Mix, der seinen Großhandel digitalisieren will. Hier zahlen sich kundenspezifische Sortimente und Preise aus. Händler A sieht andere Produkte und Konditionen als Händler B, beide bestellen über denselben Shop, beide haben Sub-Accounts ihrer eigenen Mitarbeiter. Ohne diese Trennung müsste man das in Custom-Logik nachbauen. Das funktioniert für zwei Händler, kippt aber spätestens bei zwanzig.

Der technische Großhändler, dessen Einkäufer mit Bestelllisten und Schnellbestellung arbeiten. Hier liegt der Hebel nicht in glänzenden Produktdetailseiten, sondern in der Geschwindigkeit der Wiederbestellung. Wenn ein Servicetechniker am Donnerstagnachmittag dreihundert Positionen für die Folgewoche bestellt, entscheidet die CSV-Upload-Funktion darüber, ob der Shop genutzt oder umgangen wird.

Der Maschinen- oder Komponentenhersteller mit Konzernkunden, dessen Großabnehmer über SAP oder Coupa beschaffen. Hier ist OCI/Punchout nicht „nice to have", sondern Voraussetzung dafür, dass der Shop überhaupt vom Einkauf des Kunden akzeptiert wird. Die passende Extension liefert das, alles andere wäre Eigenentwicklung mit dauerhaftem Wartungsversprechen.

Was diese drei Profile verbindet: Die B2B-Prozesse sind Kern des Geschäftsmodells, nicht Beiwerk. Der Shop ist nicht „auch noch B2B", sondern wesentlicher Vertriebskanal. Für alle drei Profile ist 2026 die richtige Antwort eher Components als Suite, sofern keine bestehende Suite-Investition die Migration verzögert.

Wann Shopware das falsche B2B Shopsystem ist

Ehrliche Gegenrede, weil sonst kein Praxisbeitrag. Es gibt Konstellationen, in denen das ganze Modell überdimensioniert ist und die Entscheidung dafür mehr Probleme schafft als löst.

Wenn dein B2B-Vertrieb im Kern aus zehn Schlüsselkunden besteht, die du persönlich kennst, ist der eigentliche Hebel nicht ein Self-Service-Portal mit Approval-Workflow. Da gewinnt eher ein schlanker, gut integrierter Shop für Routinebestellungen plus ein vernünftiges CRM für den Außendienst.

Wenn deine Sortimentstiefe gering ist und du im Wesentlichen einen B2C-nahen Verkauf mit Firmenkonten machst, reicht häufig der Rise-Tarif mit einer „Mitarbeiterkonten"-Erweiterung aus dem Store. Die Components-Lizenz für dreißig Bestellungen pro Tag zu rechtfertigen, fällt schwer.

Wenn dein eigentlicher Schmerzpunkt Stammdatenqualität, ERP-Integration oder Logistikabläufe ist, hilft kein B2B-Modul der Welt. Dann ist Shopware ohnehin nur ein Baustein der Architektur, und die teure Frage ist, wie sauber dein PIM und dein Auftragsmanagement angedockt sind. In dieser Architektur-Diskussion bringt eine Shopware-Agentur mit B2B-Erfahrung deutlich mehr als ein Lizenz-Upsell.

Eignungs-Matrix Shopware B2B - Sortimentstiefe x Einkaeufer-Komplexitaet, vier Quadranten

So evaluierst du richtig (inklusive Demo)

Eine ernsthafte Evaluierung läuft selten über eine 60-Minuten-Standard-Demo. Was tatsächlich Aufschluss gibt:

Erstens: deine drei härtesten User-Stories an das Modul halten. Nicht „kann das Sub-Accounts", denn natürlich kann es das. Sondern „mein Kunde X mit vierzehn Mitarbeitern und drei Kostenstellen, davon zwei mit Freigabe ab 2.500 Euro, wie sieht der konkrete Flow aus, vom Login bis zur abgenickten Bestellung?" Wenn der Demo-Partner das nicht in zwanzig Minuten zeigt, ist das ein Signal.

Zweitens: OCI oder Punchout im Realfall durchspielen, falls relevant. Mit einem deiner Konzernkunden, gegen sein echtes Beschaffungssystem, inklusive Extension. Das ist die Komponente, die in Vorführungen am häufigsten geschönt wird.

Drittens: TCO ohne Lizenzpreis verhandeln. Frag nicht „was kostet die B2B Suite" oder „was kostet Evolve". Frag „was kostet ein einsatzbereiter B2B-Shop für unser Profil über drei Jahre", also Plattform, Implementierung, Hosting, Pflege, Migration. Das ist die Zahl, die du in den Investitionsantrag schreibst.

Viertens: Migrationspfad mit auf den Tisch. Wer 2026 noch auf der Suite ansetzt, sollte den Components-Switch nicht ins Nirgendwo verschieben. Sieh dir mindestens einen ersten Migrationspfad-Entwurf an, bevor du unterschreibst. Eine Shopware B2B Demo ohne diese Frage ist 2026 ein halbes Gespräch.

Fazit: Modul-Entscheidung gehört vor das Projekt, nicht ins Projekt

Zurück zur Eingangsthese. Die Shopware-B2B-Projekte, die schiefgehen, haben fast immer eine Modul-Entscheidung, die zu spät, zu pauschal oder zu kostenorientiert getroffen wurde. 2026 ist die Lage klar: Die B2B Suite ist ein verlässliches Modul mit Verfallsdatum. Die B2B Components sind der Pfad, in den Shopware investiert und der für nahezu jedes Neuprojekt die ehrlichere Antwort ist. Standardshop plus Mitarbeiterkonten reicht für den B2C-nahen Verkauf, eigene Architektur erst dort, wo die B2B-Prozesse zum Kern des Geschäftsmodells werden.

Wenn Components passen, lohnen sie sich. Wenn die Suite passt, lohnt sie sich bis zum EOL. Was sich nicht lohnt: heute eine neue Suite-Investition aufzusetzen, ohne die EOL-Kurve einzupreisen. Diese Entscheidung gehört vor den Kickoff. Nicht in Sprint zwei.

Wer den eigenen Status hier nicht sauber einsortieren kann, ist mit einer Stunde Architektur-Gespräch besser dran als mit fünf Demos. Eine fundierte E-Commerce-Beratung bringt in diesem Gespräch typischerweise mehr Klarheit als jede Funktionsführung durch Shopware selbst.


Stand: Mai 2026. Plan-Struktur, Preise und Roadmap-Aussagen zur Shopware B2B Suite und zu den B2B Components werden regelmäßig angepasst. Verifiziere Lizenzdetails und die aktuelle EOL-Kommunikation tagesaktuell auf shopware.com oder über deinen Implementierungspartner, bevor sie in ein Budget oder einen Vertrag wandern.

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