Shopware B2B Suite zu B2B Components migrieren: Kosten, Zeitplan, Demo

Was der Umstieg kostet, wie lange er dauert und wie du ihn seriös bewertest

Paul Kalisch
Paul Kalisch

Stell dir den Moment vor, in dem dein Shopware-Partner im Jour fixe einen Satz sagt, den du nicht hören willst: „Die B2B Suite, auf der euer ganzer Großhandel läuft, wird nicht ewig weitergepflegt." Kein Drama, kein roter Bildschirm. Nur ein Modul, das produktiv läuft, Umsatz trägt, jeden Tag Bestellungen abwickelt und trotzdem ein Verfallsdatum hat. Genau dieser Moment ist der Startschuss für ein Projekt, das die meisten lieber verschieben würden: die Migration von der Shopware B2B Suite auf die B2B Components.

Und verschoben wird es zuverlässig, aus einem nachvollziehbaren Grund: Solange die Suite läuft, tut nichts weh. Kein Ausfall, kein Ticket, kein Druck. Bis es plötzlich wehtut, weil die Roadmap näher rückt und gleichzeitig ein Versions-Upgrade ansteht. Die gute Nachricht: Das ist kein Feueralarm, sondern ein planbares Projekt. Die schlechte: Wer es bis zur letzten Minute liegen lässt, verwandelt einen ruhigen Umbau in einen teuren Notfall. Dieser Beitrag zeigt dir, was bei der Migration wirklich passiert, was sie kostet, wie lange sie dauert und wie eine ehrliche Migrations-Demo aussieht, bevor du irgendeinen Vertrag unterschreibst.

Shopware B2B Suite Migration: monolithische Suite wird zu sechs modularen B2B Components
Shopware B2B Suite Migration: monolithische Suite wird zu sechs modularen B2B Components

Warum die Migration jetzt auf den Tisch gehört

Fangen wir mit den nüchternen Fakten an, denn an dieser Stelle kursieren mehr Halbwahrheiten als belastbare Aussagen. Shopware hat die B2B Suite, das klassische, monolithische B2B-Plugin, in den Maintenance-Modus überführt und die modularen B2B Components als Nachfolger positioniert. Für Neuinstallationen sind die Components bereits seit Mai 2025 der einzige Weg: Neue B2B-Projekte auf dem Evolve-Plan bekommen die Suite gar nicht mehr, sondern starten direkt modular.

Das Support-Ende der Suite ist an Shopware 6.8 gekoppelt. Und hier lohnt der genaue Blick, statt Panik zu schüren: Shopware hat die nächste Major-Version 6.8 offiziell auf 2027 verschoben. Du hast also keine Pistole an der Schläfe, und jeder, der dir „bis Ende des Jahres oder der Shop steht still" verkauft, übertreibt. Aber die Richtung ist eindeutig, und sie dreht sich nicht mehr um.

Das ist genau die Konstellation, in der teure Fehler entstehen. Nicht weil die Deadline morgen ist, sondern weil sie weit genug weg wirkt, um sie zu ignorieren, und nah genug, um dich kalt zu erwischen, wenn du ein Replatforming, eine Sortimentserweiterung oder eine ERP-Anbindung ohnehin vor dir hast.

„Die Migration ist kein Wenn, sondern ein Wann. Der günstigste Zeitpunkt ist der, den du selbst wählst, nicht der, den die Roadmap dir aufzwingt."

Wenn du den größeren Kontext, also Suite, Components und die ehrliche Entscheidung für Neuprojekte, noch sortieren willst, haben wir das im Überblick zur Shopware B2B Suite 2026 ausführlich aufgeschrieben. Dieser Beitrag hier setzt eine Stufe später an: Du hast die Suite produktiv, und die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie du umsteigst.

Was bei der Migration wirklich passiert, und was nicht

Der gefährlichste Satz in jedem Migrationsgespräch lautet: „Das übertragen wir einfach eins zu eins." Bei der B2B Suite stimmt er nicht. Suite und Components teilen sich die fachliche DNA (Mitarbeiterverwaltung, Angebote, Freigaben, Schnellbestellung, kundenspezifische Sortimente), aber sie sind technisch grundverschieden gebaut. Die Suite ist ein gebündeltes Gesamtplugin. Die Components sind einzeln aktivierbare Module mit API-first-Architektur, näher am Kern von Shopware 6.

Praktisch heißt das: Deine Daten (Kundenhierarchien, Rollen, Sortimentszuordnungen, Preislisten) sind in aller Regel migrierbar. Deine Konfiguration lässt sich größtenteils nachbilden, weil die fachlichen Konzepte dieselben sind. Was nicht ungeprüft mitkommt, sind deine Custom-Anpassungen: jede Erweiterung, jedes Template-Override, jede individuelle Logik, die im Lauf der Jahre an die Suite angedockt wurde. Genau dieser Block entscheidet, ob deine Migration ein überschaubarer Umbau oder ein halbes Neuprojekt wird.

Das ist keine schlechte Nachricht, sondern eine Chance, die du nicht verschenken solltest. Die meisten gewachsenen Suite-Installationen schleppen Anpassungen mit, die niemand mehr braucht: Workarounds für Probleme, die längst gelöst sind, oder Features, die nie jemand genutzt hat. Eine Migration ist der natürliche Moment, diesen Ballast abzuwerfen, statt ihn ein zweites Mal teuer auf eine neue Architektur zu heben.

B2B-Migration: was an Daten mitkommt, was geprüft und was als Custom-Anpassung neu gedacht wird
B2B-Migration: was an Daten mitkommt, was geprüft und was als Custom-Anpassung neu gedacht wird

Was die Migration kostet

Jetzt zur Frage, wegen der die meisten diesen Beitrag überhaupt lesen. Vorweg die ehrliche Antwort, die kein Vertriebler gern gibt: Eine seriöse Pauschalzahl für „die Migration" gibt es nicht. Wer dir ohne Blick auf dein Setup einen Festpreis nennt, rät entweder oder rechnet sich später nach. Die Spanne ist real, aber sie folgt klaren Treibern.

Der mit Abstand größte Kostentreiber ist die Tiefe deiner Custom-Anpassungen. Eine Suite-Installation, die nah am Standard läuft, ein paar Module aktiv hat und ihre B2B-Logik aus der Konfiguration zieht, ist ein Projekt im niedrigen fünfstelligen Bereich. Eine über Jahre individualisierte Installation mit eigenen Plugins, tief angepasstem Checkout und einer gewachsenen OCI-Anbindung kann das Mehrfache kosten, nicht wegen der Migration an sich, sondern weil jede Sonderlocke einzeln auf die neue Architektur übersetzt werden muss.

Der zweite Treiber ist die Frage, ob du allein migrierst oder kombinierst. Wer ohnehin ein Versions-Upgrade, einen Frontend-Relaunch oder eine ERP-Neuanbindung vor sich hat, sollte die Projekte nicht trennen. Setup, Testing, Datenmigration und Go-live fallen sonst doppelt an.

„Wer Migration und ohnehin anstehendes Upgrade in ein Projekt legt, zahlt einmal Setup statt zweimal. Das ist der größte Hebel auf die Gesamtkosten."

Was dabei oft übersehen wird: Die Components selbst kosten dich auf dem Evolve-Plan keine separate Lizenz, sie sind ab Evolve enthalten (Stand Mai 2026 ab rund 2.400 Euro im Monat). Die Migrationskosten sind also fast vollständig Projektkosten, also Analyse, Entwicklung, Datenübernahme und Test, und keine Lizenzfrage. Das ist die gute Nachricht für deinen Investitionsantrag.

„Du kaufst kein neues Produkt. Du baust ein vorhandenes sauber um."

Die genauen Plan-Konditionen ändern sich regelmäßig, gleiche sie vor jedem Vertrag tagesaktuell gegen shopware.com ab.

Der realistische Zeitplan

Eine B2B-Migration ist kein Wochenend-Job, aber auch kein Jahresprojekt. In der Praxis gliedert sie sich in fünf Phasen, deren Dauer fast vollständig von der ersten abhängt. Und genau dieser Vorlauf ist der ganze Unterschied zwischen „ruhig" und „teuer".

Den Anfang macht die Bestandsaufnahme, und sie ist der wichtigste, am häufigsten unterschätzte Schritt. Hier wird inventarisiert, welche Suite-Funktionen du tatsächlich nutzt, welche Custom-Anpassungen existieren und welche davon migrierbar, ersetzbar oder ersatzlos streichbar sind. Wer diese Phase ernst nimmt, hat danach eine belastbare Aufwandsschätzung. Wer sie überspringt, baut sein Budget auf Sand.

Darauf folgt das Mapping: Jede genutzte Suite-Funktion bekommt ihr Gegenstück in den Components zugeordnet, jede Lücke wird benannt. Dann der Aufbau in einer Staging-Umgebung, in der die Components konfiguriert, die Custom-Logik portiert und die Daten migriert werden, parallel zum Live-Betrieb, ohne dass dein Shop einen Tag stillsteht. Es folgt die Testphase mit deinen echten Prozessen und echten Kundenkonten, nicht mit Demo-Daten. Und zum Schluss der Go-live.

Dass dieser Go-live bei sauberer Vorbereitung der unspektakulärste Teil des Projekts ist, ist kein Zufall, sondern das Ziel. Ein unauffälliger Go-live heißt: Die Arbeit ist vorher passiert, nicht in der Nacht der Umschaltung. Eine schlanke, standardnahe Installation bewegt sich über diese fünf Phasen typischerweise im Bereich weniger Wochen. Eine komplexe, individualisierte Installation mit OCI-Anbindung und vielen aktiven Modulen plant man eher in Monaten. Den Unterschied macht nicht die Migration als Technik, sondern die Menge an Sonderfällen, die durch jede einzelne Phase getragen werden muss.

Shopware B2B Migration in fünf Phasen, parallel zum Live-Betrieb ohne Shop-Stillstand
Shopware B2B Migration in fünf Phasen, parallel zum Live-Betrieb ohne Shop-Stillstand

Die B2B Components Demo, die wirklich etwas aussagt

Bevor du ein Migrationsprojekt vergibst, willst du sehen, dass dein Partner versteht, was er tut. Eine generische B2B Components Demo hilft dir dabei nicht. Sie zeigt, dass das Produkt Sub-Accounts kann, was du längst weißt. Was du brauchst, ist eine Demo, die auf deinem konkreten Migrationsfall sitzt.

Halte ihr deine drei härtesten Bestandsprozesse hin. Nicht „kann das Freigaben", sondern „ein Kunde von dir mit vierzehn Mitarbeitern, drei Kostenstellen und Freigabe ab 2.500 Euro läuft heute so in der Suite, zeig mir denselben Flow in den Components". Lass dir an einem konkreten Beispiel zeigen, wie eine Custom-Anpassung aus deiner Installation in der neuen Architektur landet. Und wenn OCI oder Punchout für deine Konzernkunden geschäftskritisch ist, spiel genau diesen Fall durch. Das ist die Komponente, die in Vorführungen am häufigsten geschönt wird, und sie steckt weder in der Suite noch in den Components fertig im Core, sondern läuft über etablierte Extensions wie PunchCommerce oder B2Bsellers.

Die wichtigste Frage am Ende ist nicht „was kostet die Migration", sondern „was kostet uns ein einsatzbereiter B2B-Shop auf Components über drei Jahre", also Plattform, Migration, Betrieb und Pflege zusammen. Das ist die Zahl, die in den Investitionsantrag gehört. Eine Shopware-Agentur mit echter B2B-Migrationserfahrung beantwortet diese Frage konkret, statt dir einen Lizenz-Upsell zu verkaufen.

Was die offizielle Dokumentation hergibt, und was nicht

Die Lücke zwischen offizieller Doku und deinem realen Projekt ist genau der Raum, in dem eine Migration steht oder fällt. Shopware dokumentiert den Umstieg in einem eigenen B2B-Suite-Migration-Guide in den Developer-Docs. Dort steht, welche Konzepte aus der Suite welchem Component-Pendant entsprechen und worauf du technisch achten musst. Für die eigentliche Übernahme stellt Shopware außerdem ein eigenes Migrations-Tool bereit: Über die CLI-Befehle b2b:migrate:commercial und b2b:migrate:progress läuft die Datenübernahme im Hintergrund über die Message-Queue, und das Tool wird laufend erweitert.

Verstehe diese Dokumentation als das, was sie ist: eine technische Landkarte für Entwickler, kein Projektplan und keine Kostenschätzung. Sie beantwortet „wie übersetzt sich Konzept X technisch", nicht „was bedeutet das für unser konkretes Setup, unser Budget und unseren Zeitplan". Wer diese Übersetzungsarbeit nicht macht, hat am Ende ein migriertes System, das technisch sauber ist und trotzdem nicht zu den eigenen Prozessen passt. Genau hier entscheidet sich, ob eine Migration ihren Namen verdient oder nur Daten von A nach B schiebt.

Fazit: Der ruhige Umbau schlägt den teuren Notfall

Zurück zum Satz aus dem Jour fixe. Dass die B2B Suite ausläuft, ist keine Überraschung, die dich überrollt, sondern eine Ansage mit Vorlauf. Genau das macht sie planbar. Du entscheidest, ob du den Umstieg in einem ruhigen Fenster zwischen zwei Peaks machst, gekoppelt an ein ohnehin anstehendes Upgrade, mit sauberer Bestandsaufnahme und ohne Zeitdruck, oder ob du wartest, bis die Roadmap dir den Termin diktiert und der Markt für gute Shopware-Teams eng wird.

Die Migration auf B2B Components ist kein Risiko, das du eingehst. Sie ist ein Risiko, das du abbaust: weg von einem Modul ohne Zukunft, hin zu einer Architektur, in die Shopware aktiv investiert. Der einzige Fehler, den du dabei machen kannst, ist, sie für „später" zu reservieren — bis später „sofort" heißt.

Häufige Fragen zur Migration auf B2B Components

Muss ich die B2B Suite sofort migrieren?

Nein, aber du solltest die Migration jetzt planen. Die Suite läuft mit Support bis zum Erscheinen von Shopware 6.8, das offiziell auf 2027 verschoben wurde. Ein akuter Stillstand droht also nicht. Der Sinn der frühen Planung ist, den Umstieg in ein ruhiges Zeitfenster und idealerweise an ein ohnehin anstehendes Upgrade zu koppeln, statt ihn unter Zeitdruck nachzuholen.

Kann ich meine Daten eins zu eins übernehmen?

Daten wie Kundenhierarchien, Rollen, Sortimente und Preislisten sind in der Regel migrierbar, und die Standard-Konfiguration lässt sich nachbilden. Was nicht ungeprüft mitkommt, sind individuelle Custom-Anpassungen und Plugins. Sie müssen einzeln auf Kompatibilität geprüft und auf die neue, modulare Architektur übersetzt werden. Genau dieser Anteil bestimmt den Aufwand.

Was kostet die Migration von der B2B Suite zu den B2B Components?

Eine Pauschalzahl gibt es nicht. Die Kosten sind fast vollständig Projektkosten, also Analyse, Entwicklung, Datenübernahme und Test, und keine Lizenzfrage, da die B2B Components auf dem Evolve-Plan bereits enthalten sind (Stand Mai 2026 ab rund 2.400 Euro im Monat). Größter Kostentreiber ist die Tiefe deiner Custom-Anpassungen. Wer Migration und ein ohnehin anstehendes Versions-Upgrade kombiniert, senkt die Gesamtkosten spürbar.

Steht mein Shop während der Migration still?

Nein. Die Components werden in einer Staging-Umgebung aufgebaut, konfiguriert und getestet, während dein Live-Shop normal weiterläuft. Der eigentliche Go-live ist bei sauberer Vorbereitung der unspektakulärste Schritt des ganzen Projekts.


Stand: Juni 2026. Roadmap-Aussagen (insbesondere der Termin für Shopware 6.8) sowie Plan-Struktur und Preise der B2B Components werden von Shopware regelmäßig angepasst. Verifiziere die aktuelle EOL-Kommunikation und Lizenzdetails tagesaktuell auf shopware.com oder über deinen Implementierungspartner, bevor sie in ein Budget oder einen Vertrag wandern.

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