Kurz erklärt
Conversational Commerce bezeichnet den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen sowie die Beratung und den Service über dialogbasierte Kanäle – also über Chat, Messenger-Dienste und Sprachassistenten. Statt sich durch Menüs und Produktlisten zu klicken, führt der Kunde ein Gespräch: „Habt ihr diese Jacke noch in Größe M?", „Wo ist meine Bestellung?", „Welches Modell passt zu mir?".
Die Antwort kommt im selben Dialog – von einem Mitarbeiter, einem KI-Chatbot oder einer Kombination aus beidem. Der Begriff wurde 2015 vom ehemaligen Produktmanager Chris Messina geprägt und beschreibt eine Verschiebung: weg vom klassischen, formularbasierten Onlineshop, hin zum Einkaufen im Gespräch.
Der Kern ist eine simple Beobachtung. Menschen verbringen einen großen Teil ihrer Bildschirmzeit in Messaging-Apps. Conversational Commerce holt den Handel genau dorthin, wo die Aufmerksamkeit ohnehin liegt, statt darauf zu warten, dass der Kunde aktiv eine Shop-Website aufruft.
Die wichtigsten Kanäle
Conversational Commerce ist kein einzelnes Werkzeug, sondern ein Ansatz, der über mehrere Kanäle funktioniert. Die wichtigsten:
| Kanal | Typische Nutzung |
|---|---|
| Live-Chat im Shop | Beratung während des Einkaufs, Fragen zu Produkt und Verfügbarkeit |
| WhatsApp & Messenger | Bestellstatus, Reaktivierung, persönliche Beratung im vertrauten Kanal |
| KI-Chatbots | 24/7-Antworten auf häufige Fragen, Produktfindung, Vorqualifizierung |
| Sprachassistenten | Bestellungen und Anfragen per Sprache (Voice Commerce) |
Entscheidend ist nicht, möglichst viele Kanäle zu bespielen, sondern die zu wählen, in denen die eigene Zielgruppe tatsächlich unterwegs ist. Ein B2B-Ersatzteilhändler profitiert von einem schnellen Chatbot, der Artikelnummern erkennt; eine Modemarke eher von WhatsApp-Beratung mit persönlicher Note.