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App Store Optimization (ASO)

App Store Optimization (ASO) bezeichnet die fortlaufende Optimierung eines App-Eintrags im Apple App Store und in Google Play mit dem Ziel, die App für relevante Suchanfragen sichtbar zu machen und Besucher der Produktseite zur Installation zu bewegen. ASO ist für Apps das, was Suchmaschinenoptimierung (SEO) für Websites ist: ein Hebel, der darüber entscheidet, ob eine technisch fertige App überhaupt gefunden und heruntergeladen wird. Da ein erheblicher Teil aller App-Downloads aus der Store-internen Suche stammt, ist ASO kein Marketing-Nachgedanke, sondern Teil der Veröffentlichungsarbeit, die idealerweise schon vor dem Launch beginnt und danach dauerhaft weiterläuft.

Der Begriff wird manchmal eng als reine Keyword-Optimierung missverstanden. Tatsächlich umfasst ASO die gesamte Arbeit am Store-Auftritt: von der Wahl der Suchbegriffe über die Gestaltung von Icon und Screenshots bis hin zum Umgang mit Bewertungen und der Lokalisierung für verschiedene Märkte. Alle diese Elemente zahlen auf zwei messbare Größen ein, nämlich darauf, wie oft eine App in den Suchergebnissen erscheint und wie viele der Besucher sie anschließend installieren.

Die zwei Aufgaben von ASO: Sichtbarkeit und Conversion

App Store Optimization zerfällt in zwei klar trennbare Aufgaben, die unterschiedliche Stellschrauben betreffen. Wer ASO als reine „Keyword-Übung" versteht, lässt die Hälfte des Potenzials liegen. Die beiden Aufgaben hängen zusammen, lassen sich aber getrennt steuern und getrennt messen.

Sichtbarkeit: für welche Suchbegriffe die App erscheint

Die Sichtbarkeit entscheidet, bei welchen Suchanfragen die App überhaupt in den Ergebnissen auftaucht. Sie wird über die Metadatenfelder gesteuert, die der Store-Algorithmus indexiert. Die am stärksten gewichteten Felder sind der Titel (App-Name) und der Untertitel. Der Titel kombiniert in der Regel den Markennamen mit ein bis zwei starken Keywords, der Untertitel transportiert den Kernnutzen plus weitere relevante Begriffe. Wer hier nur den Markennamen platziert und die Keyword-Felder ungenutzt lässt, verschenkt Reichweite. Der Algorithmus bildet außerdem Kombinationen aus den einzelnen Wörtern der Felder, sodass aus „Rechnungen" und „Buchhaltung" auch die Phrase „Rechnungen Buchhaltung" abgedeckt sein kann, ohne dass sie wörtlich getippt werden muss.

Eine sinnvolle Keyword-Strategie beginnt mit einem Kernset von etwa 20 bis 40 Begriffen, die die App stabil bedienen soll, ergänzt um eine längere Testliste von 100 oder mehr Begriffen für künftige Versionen. Der Trend geht zu spezifischeren Long-Tail-Anfragen: längere, konkretere Suchphrasen, die zwar weniger Suchvolumen haben, dafür aber weniger umkämpft sind und gezielteren Traffic bringen. Eine neue App rankt für umkämpfte Einzelbegriffe ohnehin selten von Anfang an; über spezifische Phrasen lässt sich dagegen schneller eine erste Sichtbarkeit aufbauen.

Conversion: Besucher der Produktseite zur Installation bewegen

Die zweite Aufgabe setzt an, sobald ein Nutzer auf der Produktseite gelandet ist. Hier entscheidet sich innerhalb weniger Sekunden, ob installiert wird oder nicht. Die Conversion wird vor allem über das App-Icon, die Screenshots, das Vorschau-Video und die Bewertungen gesteuert. Besonders wichtig sind die ersten zwei bis drei Screenshots, weil sie auf vielen Suchergebnis-Layouts direkt unter dem Titel erscheinen, noch bevor ein Nutzer die Seite öffnet. Sie sollten den Kernnutzen sofort zeigen, statt eine Feature-Tour von vorne zu beginnen. Bewertungen wirken doppelt: als Vertrauenssignal für den Nutzer und als Ranking-Faktor für den Store. Eine hohe Conversion-Rate verstärkt zudem indirekt die Sichtbarkeit, weil viele Installationen aus den Suchergebnissen heraus dem Algorithmus signalisieren, dass die App für die jeweilige Anfrage relevant ist.

ASO im Apple App Store und in Google Play

Beide großen App-Marktplätze verfolgen dasselbe Ziel, indexieren Metadaten aber unterschiedlich. Wer beide Plattformen bespielt, muss die Felder getrennt pflegen und kann die Texte nicht einfach eins zu eins übernehmen.

AspektApple App StoreGoogle Play
Verstecktes Keyword-FeldJa, 100 Zeichen in App Store Connect (nicht für Nutzer sichtbar, aber indexiert)Nein, kein dediziertes Keyword-Feld
Wichtigste TextfelderTitel, Untertitel, Keyword-FeldTitel, Kurzbeschreibung, Langbeschreibung
BeschreibungstextWird für das Ranking kaum indexiertWird stark indexiert, Keywords gehören hinein
Keyword-DopplungJedes Keyword zählt nur einmal, Begriffe nicht zwischen Feldern doppelnBegriffe natürlich und mehrfach im Text möglich

Der praktisch wichtigste Unterschied: Apple bietet ein verstecktes Keyword-Feld mit 100 Zeichen, das nicht für Nutzer sichtbar ist, aber für die Suche zählt. Eine häufig übersehene Eigenheit dabei ist, dass Apple jedes Keyword nur einmal wertet. Begriffe zwischen Titel, Untertitel und Keyword-Feld zu doppeln, verschenkt also wertvollen Platz. Google Play hat kein solches Feld; stattdessen indexiert Google den sichtbaren Beschreibungstext, weshalb dort die relevanten Begriffe natürlich in die Kurz- und Langbeschreibung gehören. Aus diesem einen Strukturunterschied folgt fast die gesamte unterschiedliche Arbeitsweise: Bei Apple wird der knappe Keyword-Raum sorgfältig kuratiert, bei Google wird ein gut lesbarer, aber keyword-bewusster Beschreibungstext geschrieben.

Die wichtigsten ASO-Hebel im Überblick

  • Titel und Untertitel: die am stärksten gewichteten Felder. Markenname plus die stärksten Keywords.
  • Keyword-Feld (Apple) bzw. Beschreibung (Google): der Ort für die übrigen relevanten Suchbegriffe.
  • Icon: der erste optische Eindruck, oft entscheidend für den Klick aus der Ergebnisliste.
  • Screenshots und Vorschau-Video: tragen den Großteil der Conversion, die ersten Screenshots erscheinen in der Suche.
  • Bewertungen und Rezensionen: Vertrauenssignal und Ranking-Faktor zugleich.
  • Lokalisierung: übersetzte und an den Markt angepasste Metadaten erhöhen Sichtbarkeit und Conversion in jedem Zielland.

Lokalisierung als unterschätzter Hebel

Beide Stores erlauben es, Metadaten pro Sprache und Region zu hinterlegen. Wer eine App nur auf Deutsch oder Englisch pflegt, ist in anderen Märkten praktisch unsichtbar, selbst wenn die App technisch mehrsprachig ist. Lokalisierung bedeutet dabei mehr als eine reine Übersetzung: Suchbegriffe, die im einen Markt gängig sind, haben im anderen kaum Volumen, und auch Screenshots mit lokalisierten Texten konvertieren in der Regel besser. Apple bietet zusätzlich sogenannte Lokalisierungs-Slots, über die sich der indexierte Keyword-Raum erweitern lässt, etwa indem man neben der Hauptsprache eine weitere Locale pflegt.

Beispiel: das Keyword-Feld im Apple App Store

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht die Mechanik. Angenommen, eine Buchhaltungs-App heißt „Rechnio". Im Titelfeld steht „Rechnio – Rechnungen & Buchhaltung", im Untertitel „Belege scannen, Umsatzsteuer, DATEV-Export". Das versteckte 100-Zeichen-Keyword-Feld in App Store Connect würde dann nicht noch einmal „Rechnung" oder „Buchhaltung" enthalten, weil diese Begriffe bereits in Titel und Untertitel stehen und Apple sie nur einmal wertet. Stattdessen kommen dort ergänzende Begriffe wie „freiberufler,kleinunternehmer,eur,gobd,steuerberater" hinein, kommagetrennt, ohne Leerzeichen, um Zeichen zu sparen. So deckt der Eintrag mit jedem Feld einen anderen Teil des relevanten Suchraums ab, statt sich selbst zu kannibalisieren. Apple beschreibt die Pflege dieser Felder in der offiziellen Dokumentation zur App-Store-Produktseite.

Häufige ASO-Fehler

  • Titel und Untertitel unterschätzen: Diese Felder sind am stärksten gewichtet. Sie nur mit dem Markennamen zu füllen, verschenkt das wichtigste Ranking-Signal.
  • Keywords doppeln: Im Apple App Store zählt jedes Wort nur einmal. Dieselben Begriffe in Titel, Untertitel und Keyword-Feld zu wiederholen, vergeudet Platz.
  • Screenshots als Pflichtfeld behandeln: Wer beliebige App-Ansichten hochlädt, statt die ersten Screenshots gezielt auf den Kernnutzen auszurichten, verliert Conversion.
  • Lokalisierung auslassen: Eine technisch mehrsprachige App ohne lokalisierte Metadaten bleibt in fremdsprachigen Märkten unsichtbar.
  • ASO als einmaliges Setup sehen: Ohne regelmäßige Anpassung von Keywords und Assets veraltet der Eintrag und verliert Boden gegen aktiv gepflegte Wettbewerber.

ASO messen: woran sich Erfolg ablesen lässt

Damit ASO nicht zum Bauchgefühl wird, lassen sich beide Aufgaben anhand konkreter Kennzahlen verfolgen. Für die Sichtbarkeit sind das die Impressionen (wie oft die App in Suche und Stöbern erscheint) und die Keyword-Rankings (auf welcher Position die App für definierte Begriffe steht). Für die Conversion zählt vor allem die Conversion-Rate, also der Anteil der Seitenbesucher, der die App tatsächlich installiert. Apple stellt diese Daten in App Store Connect über die App-Analytics bereit, Google im Play-Console-Bereich „Store-Performance". Veränderungen an Titel, Untertitel oder Screenshots lassen sich so vor und nach einem Update vergleichen. Apple bietet darüber hinaus Produktseiten-Tests an, mit denen sich verschiedene Icon- oder Screenshot-Varianten gegeneinander messen lassen, bevor eine Variante dauerhaft ausgerollt wird. Wichtig ist, jeweils nur eine Stellschraube auf einmal zu verändern, weil sich die Wirkung sonst nicht sauber zuordnen lässt.

ASO und SEO: verwandt, aber nicht identisch

ASO und SEO teilen die Grundidee, über relevante Suchbegriffe gefunden zu werden, unterscheiden sich aber im Detail. Beim klassischen SEO bewerten Suchmaschinen tausende Signale, darunter viele externe wie Backlinks. Im App Store ist das Feld enger: Es zählen vor allem die plattformeigenen Metadaten, die Download- und Nutzungszahlen sowie die Bewertungen. Externe Faktoren spielen eine kleinere Rolle. Dafür ist die Conversion-Komponente bei ASO ausgeprägter, weil die Entscheidung „installieren oder nicht" unmittelbar auf der Produktseite fällt. Beide Disziplinen profitieren von sauberer Keyword-Recherche und davon, dass die Beschreibung den tatsächlichen Funktionsumfang ehrlich abbildet, schon weil irreführende Metadaten im App Store ein eigener Ablehnungsgrund im Review sind.

Häufige Fragen zu App Store Optimization (ASO)

Ist ASO ein einmaliges Setup?
Nein. ASO ist ein fortlaufender Prozess. Titel, Untertitel, Keywords und Screenshots werden mit jeder App-Version nachgeschärft, Varianten getestet und gegen die Performance gemessen. Für den Start reicht aber die Disziplin, Titel, Untertitel und die ersten drei Screenshots bewusst zu setzen.

Wie viele Keywords sollte eine App anvisieren?
Ein praktikabler Startpunkt ist ein Kernset von 20 bis 40 Keywords, die die App stabil bedienen soll, ergänzt um eine längere Liste zum Testen. Der Fokus liegt zunehmend auf spezifischen Long-Tail-Anfragen mit geringerer Konkurrenz.

Was ist wichtiger, Sichtbarkeit oder Conversion?
Beides greift ineinander. Sichtbarkeit bringt Besucher auf die Produktseite, Conversion macht aus ihnen Installationen. Eine sehr sichtbare App mit schwachen Screenshots verliert die gewonnenen Besucher wieder, eine perfekt gestaltete Seite ohne Sichtbarkeit bekommt keine.

Unterscheidet sich ASO zwischen Apple und Google?
Ja. Apple hat ein verstecktes 100-Zeichen-Keyword-Feld und wertet jedes Keyword nur einmal. Google Play hat kein solches Feld und indexiert stattdessen den sichtbaren Beschreibungstext. Die Felder müssen für beide Plattformen getrennt gepflegt werden.

Wann sollte ASO beginnen?
Idealerweise vor der Veröffentlichung. Keyword-Recherche, Titel, Untertitel und Screenshot-Konzept gehören zur Launch-Vorbereitung, weil sie über die Sichtbarkeit ab dem ersten Tag entscheiden. Nach dem Launch beginnt die laufende Optimierung anhand echter Daten.

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