Google Business Profile – bis Ende 2021 unter dem Namen Google My Business bekannt – ist das kostenlose Unternehmensprofil von Google. Es steuert, wie dein Unternehmen in der Google-Suche und auf Google Maps dargestellt wird: mit Kontaktdaten, Öffnungszeiten, Fotos, Bewertungen, Beiträgen und Direktfunktionen wie Anruf, Routenplanung oder Terminbuchung. Für lokal tätige Unternehmen ist das Profil das wichtigste Einzelinstrument im Local SEO – und häufig der erste Kontaktpunkt mit neuen Kunden, noch bevor deine Website überhaupt aufgerufen wird.
Der Grundgedanke dahinter: Google beantwortet lokale Suchen direkt auf der Ergebnisseite. Öffnungszeiten, Bewertungen, Anfahrt und Telefonnummer stehen genau dort, wo gesucht wird – der Suchende muss dafür keine einzige Website öffnen. Wer an dieser Stelle mit vollständigen, aktuellen und vertrauenswürdigen Daten vertreten ist, gewinnt den Kontakt. Wer fehlt oder veraltet wirkt, überlässt ihn dem Wettbewerb, oft ohne es überhaupt zu merken.
Wo das Profil überall auftaucht
Ein gepflegtes Unternehmensprofil erscheint an drei Stellen mit jeweils eigener Aufgabe:
- Im Knowledge Panel: Sucht jemand direkt nach deinem Unternehmensnamen, zeigt Google neben den Ergebnissen (mobil ganz oben) die Profilkarte mit allen Kerndaten. Das ist deine digitale Visitenkarte für alle, die dich bereits kennen oder denen du empfohlen wurdest.
- Im Local Pack: Bei der Suche nach einer Leistung wie „Physiotherapie Krefeld“ erscheint die Kartenbox mit drei hervorgehobenen Unternehmen. Hier konkurrierst du um Kunden, die dich noch nicht kennen – der umkämpfteste und wertvollste Platz der lokalen Suche.
- Auf Google Maps: bei der Suche direkt in der Karten-App, inklusive Navigation, Fotos und Bewertungen.
Zur Einordnung der Namen: Aus Google Places wurde 2014 Google My Business, seit Ende 2021 heißt das Produkt Google Business Profile. Die frühere separate Verwaltungs-App hat Google eingestellt – heute pflegst du dein Profil direkt in der Google-Suche oder in der Maps-App, indem du im angemeldeten Zustand nach deinem eigenen Unternehmen suchst. Im Alltag sagen viele weiterhin „Google My Business“ oder kurz GMB; gemeint ist dasselbe Produkt, und an der Bedeutung für die lokale Sichtbarkeit hat die Umbenennung nichts geändert.
Die Bestandteile des Profils
Stammdaten, Kategorien und Einzugsgebiet
Die Basis bilden Name, Adresse, Telefonnummer, Website und Öffnungszeiten – inklusive Sonderöffnungszeiten an Feiertagen, denn nichts produziert zuverlässiger schlechte Bewertungen als eine Anfahrt zur verschlossenen Tür. Der Unternehmensname muss dem echten Namen entsprechen: Zusätze wie Ort oder Leistung im Namensfeld verstoßen gegen die Google-Richtlinien zur Darstellung von Unternehmen und riskieren die Sperrung des Profils. Dazu kommt die Unternehmensbeschreibung mit bis zu 750 Zeichen – genug Platz, um Leistungen und Besonderheiten in eigenen Worten zu erklären, statt Keywords aneinanderzureihen.
Besonderes Gewicht haben die Kategorien: Die primäre Kategorie beschreibt dein Kerngeschäft und entscheidet maßgeblich mit, welchen Suchanfragen Google dich zuordnet. Zusätzliche Kategorien decken weitere Geschäftsfelder ab. Eine unpassende primäre Kategorie ist einer der häufigsten Gründe, warum solide Unternehmen lokal unsichtbar bleiben – und zugleich einer der am schnellsten behobenen.
Für Dienstleister ohne Kundenverkehr am Firmensitz – Handwerker, Pflegedienste, mobile Services – gibt es das Service-Area-Modell: Du verbirgst die Adresse im Profil und definierst stattdessen dein Einzugsgebiet über Städte oder Regionen. So bist du überall dort sichtbar, wo du tatsächlich arbeitest, ohne Kundschaft oder Wettbewerber an eine Privatadresse zu lotsen.
Fotos, Beiträge und Attribute
Fotos prägen den ersten Eindruck: Logo, Titelbild, Team, Räume, Referenzarbeiten. Wichtig zu wissen: Auch Nutzer laden Fotos hoch, und die erscheinen ungefiltert im Profil. Wer selbst kein Bildmaterial liefert, überlässt den ersten Eindruck dem Zufall. Mit Beiträgen veröffentlichst du Neuigkeiten, Angebote oder Veranstaltungen direkt im Profil – ein unterschätzter Weg, laufende Aktivität zu zeigen. Attribute ergänzen Details wie Barrierefreiheit oder Zahlungsarten, und je nach Branche lassen sich Leistungen, Produkte, Speisekarten oder Buchungslinks strukturiert hinterlegen.
Bewertungen und Fragen & Antworten
Bewertungen sind der sichtbarste Vertrauensfaktor des Profils. Zwei Dinge gehören zusammen: aktiv, aber richtlinienkonform um Bewertungen bitten – ohne Gegenleistung und ohne Vorfilterung zufriedener Kunden – und auf jede Bewertung antworten, auch auf kritische. Die Antwort auf eine schlechte Bewertung liest vor allem der nächste Interessent; wer sachlich und lösungsorientiert bleibt, gewinnt doppelt. Für Bewertungen, die erkennbar gegen die Richtlinien verstoßen – etwa Beleidigungen, offensichtliche Verwechslungen oder Fake-Bewertungen ohne Kundenkontakt – bietet Google eine Meldefunktion zur Prüfung an. Einen Anspruch auf Löschung gibt es nur bei solchen Verstößen; bei falschen Tatsachenbehauptungen stehen in Deutschland zusätzlich rechtliche Wege offen.
Der Bereich Fragen & Antworten ist öffentlich: Jeder kann Fragen stellen, und jeder kann sie beantworten – auch Fremde. Deshalb lohnt es sich, die häufigsten Fragen selbst einzustellen, korrekt zu beantworten und Benachrichtigungen zu aktivieren, bevor Dritte falsche Auskünfte geben. Eine gepflegte Q&A-Sektion beantwortet Einwände, bevor sie zum Absprung führen.
Einrichtung und Verifizierung in vier Schritten
- Bestehendes Profil prüfen: Google legt Profile oft automatisch aus öffentlich verfügbaren Daten an. Suche zuerst nach deinem Unternehmen – existiert bereits ein Eintrag, beanspruchst du die Inhaberschaft, statt ein Duplikat anzulegen. So bleiben vorhandene Bewertungen und die Historie erhalten.
- Profil anlegen oder übernehmen: mit einem Google-Konto, das dauerhaft dem Unternehmen gehört – nicht mit dem Privatkonto eines Mitarbeiters, der irgendwann geht und den Zugang mitnimmt.
- Verifizieren: Google prüft, ob du wirklich für das Unternehmen sprichst. Je nach Branche und Standort läuft die Verifizierung per Video, Telefon, E-Mail oder Postkarte. Ohne abgeschlossene Verifizierung bleibt der Funktionsumfang deutlich eingeschränkt.
- Vollständig ausfüllen: Kategorien, Leistungen, Öffnungszeiten, Beschreibung, Fotos. Jedes leere Feld ist verschenkte Relevanz – und wird im Zweifel von Google oder von Nutzern mit eigenen Vorschlägen gefüllt.
Mehrere Standorte und Zugriffsrechte
Betreibst du mehrere Filialen oder Praxen, bekommt jeder Standort sein eigenes Profil mit eigener Adresse, eigenen Öffnungszeiten und eigenen Bewertungen. Die Profile lassen sich im selben Konto bündeln und zentral verwalten, damit Stammdaten und Markenauftritt über alle Standorte konsistent bleiben, während Fotos und Bewertungsantworten standortspezifisch gepflegt werden. Für die Zusammenarbeit gibt es abgestufte Rollen: Inhaber behalten die volle Kontrolle, Administratoren pflegen Inhalte und beantworten Bewertungen. Eine Agentur oder ein Dienstleister wird als zusätzlicher Nutzer mit eigenem Konto eingeladen – niemals per Weitergabe des Passworts. So bleibt nachvollziehbar, wer was geändert hat, und der Zugang gehört auch nach einem Dienstleisterwechsel weiterhin dem Unternehmen.
Warum das Profil fürs lokale Ranking zählt
Google sortiert lokale Ergebnisse nach Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Auf die Entfernung hast du keinen Einfluss – auf die beiden anderen Faktoren zahlt das Profil direkt ein: Kategorien, Leistungen und eine vollständige Beschreibung verbessern die Relevanz, Bewertungen und sichtbare Aktivität stärken die Bekanntheit. Dazu kommt das Zusammenspiel mit deiner Website: Eine starke organische Präsenz stützt das lokale Ranking, und strukturierte Daten per Schema Markup machen deine Unternehmensdaten zusätzlich maschinenlesbar. Wie alle Bausteine ineinandergreifen, zeigt der Eintrag Local SEO.
Auch für KI-gestützte Suchen wird das Profil zur Datenquelle: AI Overviews und KI-Assistenten greifen bei lokalen Fragen auf Profil- und Kartendaten zurück. Ein vollständiges, aktuelles Profil ist damit zugleich die Eintrittskarte in Antwortformate, die gar nicht mehr wie klassische Suchergebnisse aussehen.
Leistungsdaten: was das Profil über deine Kunden verrät
Im Profil-Dashboard zeigt Google unter „Leistung“, wie Nutzer mit deinem Eintrag interagieren: wie oft das Profil in Suche und Maps erschienen ist, über welche Suchbegriffe es gefunden wurde und wie viele Anrufe, Routenanfragen und Website-Klicks daraus entstanden sind. Diese Daten sind für lokale Unternehmen besonders wertvoll, weil sie den Kontaktweg abbilden, der an der eigenen Website komplett vorbeiläuft – der Anruf direkt aus der Kartenbox taucht in keiner Website-Analyse auf. Ein Praxis-Tipp dazu: Versieh den Website-Link im Profil mit UTM-Parametern, damit die Besucher aus dem Profil in deiner Web-Analyse als eigene Quelle erscheinen und nicht pauschal unter dem organischen Google-Traffic verschwinden. Wer monatlich einen Blick auf diese Zahlen wirft, erkennt schnell, ob die Profilpflege wirkt und welche Suchbegriffe tatsächlich Kundschaft bringen.
Praxisbeispiel: Zahnarztpraxis in Krefeld
Ein typisches Szenario: Eine Zahnärztin übernimmt eine bestehende Praxis in Krefeld. Das Unternehmensprofil existiert noch vom Vorgänger – alter Praxisname, veraltete Sprechzeiten, keine eigenen Fotos, eine Handvoll durchwachsener Bewertungen und unbeantwortete Fragen im Q&A-Bereich. Wer online nach einem Zahnarzt in Krefeld sucht, sieht ein verwaistes Profil und bucht woanders.
Das Vorgehen: Die Inhaberschaft wird übernommen, statt ein neues Profil anzulegen – so bleiben Bewertungen und Historie erhalten. Name, Sprechzeiten und Telefonnummer werden aktualisiert, die primäre Kategorie sauber gesetzt, Leistungen von der Prophylaxe bis zur Implantologie strukturiert hinterlegt. Eigene Team- und Praxisfotos ersetzen die zufälligen Nutzerbilder. Die häufigsten Patientenfragen – Parkplätze, Kassenleistungen, Umgang mit Angstpatienten – stellt die Praxis selbst in den Q&A-Bereich ein und beantwortet sie. Auf die alten kritischen Bewertungen antwortet sie sachlich mit Hinweis auf die Übernahme, und am Empfang bittet eine kleine Karte zufriedene Patienten um eine ehrliche Bewertung. Die Online-Terminbuchung wird direkt im Profil verlinkt, und einmal im Monat schaut die Praxismanagerin in die Leistungsdaten, um zu sehen, welche Suchbegriffe Termine bringen.
Das Ergebnis folgt dem bekannten Muster: Das Profil wirkt wieder bewohnt, das Bewertungsbild wächst und wird aktueller, Terminanfragen kommen direkt über den Buchungslink – und die Praxis erscheint bei Leistungssuchen im Stadtgebiet wieder dort, wo vorher nur die Wettbewerber standen.
Häufige Fehler
- Keywords im Namensfeld: „Praxis Dr. Weber – Zahnarzt Krefeld Bleaching“ ist ein Richtlinienverstoß, kein SEO-Trick.
- Duplikate: Zwei Profile für denselben Standort verwässern Bewertungen und Signale. Duplikate zusammenführen lassen statt parallel pflegen.
- Falsche primäre Kategorie: der häufigste stille Sichtbarkeits-Killer – und der am schnellsten behobene.
- Ignorierte Bewertungen und Fragen: Unbeantwortete Kritik und falsche Fremdantworten im Q&A-Bereich prägen den Eindruck stärker als jedes Werbefoto.
- Veraltete Öffnungszeiten: besonders an Feiertagen der schnellste Weg zur wütenden Ein-Stern-Bewertung.
- Profil als Einmalprojekt: Ohne neue Fotos, Beiträge und Antworten wirkt der Eintrag nach wenigen Monaten verlassen.
- Privates Google-Konto: Wenn die Person geht, die das Profil angelegt hat, geht sonst der Zugang gleich mit.
Das Google Business Profile ist kostenlos, in wenigen Stunden solide aufgesetzt und für lokal tätige Unternehmen der Hebel mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. Es ersetzt keine gute Website – aber es entscheidet mit, ob Suchende dich überhaupt finden, dir vertrauen und anrufen. Wenn du Profil, Bewertungsstrategie und lokale Sichtbarkeit systematisch angehen willst, unterstützt dich unsere Local-SEO-Beratung von der Einrichtung bis zur laufenden Pflege.